Fiducia IT AG schüttet erneut fünf Millionen Euro an Volksbanken und Raiffeisenbanken aus

Karlsruher IT-Dienstleister will Kosten- und Effizienzvorteile langfristig erhalten / Peter Völker ist neuer Vorsitzender des Fiducia-Aufsichtsrats

Karlsruhe, 14. Juni 2013 – Die Fiducia IT AG, größter Dienstleister für Informationstechnologie der Volksbanken und Raiffeisenbanken (VR-Banken), blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. So hat das Karlsruher Unternehmen seinen Umsatz 2012 um 4,4 Prozent auf 677 Millionen Euro gesteigert. Einschließlich ihrer Tochterunternehmen erzielte die Fiducia ein Umsatzplus von 2,7 Prozent auf 728 Millionen Euro.

„Vor dem Hintergrund der umfangreichen Preissenkungen, die wir unseren knapp 700 Volksbanken und Raiffeisenbanken in den vergangenen Jahren haben zukommen lassen, sind wir mit der Unternehmensentwicklung 2012 insgesamt sehr zufrieden“, betonte Klaus-Peter Bruns, Vorsitzender des Vorstands der Fiducia, bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens am Freitag, 14. Juni, in Karlsruhe. Trotz des spürbar gestiegenen Personal- und Entwicklungsaufwands vor allem wegen der zunehmenden Regulierung der Banken sowie aufsichtsrechtlicher Anforderungen bewege sich der Jahresüberschuss mit gut 10 Millionen Euro nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Dank dieser stabilen Entwicklung ist es der Fiducia erneut möglich, ihren Anteilseignern – also den Volksbanken und Raiffeisenbanken - eine Dividende in Vorjahreshöhe von 3,80 Euro je Aktie auszuschütten. Dies sind insgesamt gut 5 Millionen Euro. „Nicht die Gewinnmaximierung ist unser Ziel, sondern die Stärkung der Wirtschaftskraft unserer Teilhaber. Dies entspricht unserem Selbst-verständnis als genossenschaftlich denkender und handelnder IT-Dienstleister“, sagte Bruns. So habe die Fiducia ihren Instituten seit 2003 neben Dividendenzahlungen regelmäßig Kostenvorteile von insgesamt fast 150 Millionen Euro pro Jahr als Preissenkungen und Einmalzahlungen weitergegeben.

Schlanke Prozesse als Indikator der Wettbewerbsfähigkeit von Banken
Die Situation am Bankenmarkt ist gegenwärtig von großer Unsicherheit geprägt, das Niveau der Leitzinsen hat ein bisher nie gekanntes Minimum erreicht. Hinzu kommt ein zunehmend preisintensiver Wettbewerb, dem sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken stellen müssen. Unter diesen Vorzeichen gewinnen – neben sinkenden Kosten – Effizienz und Produktivität einer Bank stark an Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Informationstechnologie.

„Die Fiducia hat 2012 den Spagat bewältigt, einerseits die zunehmenden Gesetzesanforderungen sowie die schärferen Vorgaben der Bankenaufsicht in ihrem Banksystem „agree“ umzusetzen und andererseits den VR-Banken über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eine schlanke und einfache Prozess-Struktur anzubieten“, erläuterte Bruns. Und weiter: „Mit agree sollen die Mitarbeiter der Volksbanken und Raiffeisenbanken einfach und intuitiv durch die Geschäftsprozesse des Arbeitsalltags geführt werden.“ Möglich machen dies sogenannte Assistenten: Vordefinierte Prozesse gestalten nachgelagerte Tätigkeiten schnell, fehlerfrei und damit kostengünstig. Das Management dieser Workflows können die Volksbanken und Raiffeisenbanken selbst übernehmen oder an die Fiducia übertragen. „Es gibt Institute, die Einrichtung und Pflege ihrer gut 500 Prozesse komplett an die Fiducia ausgelagert haben.“ Dies, so Bruns, sorge bei den Banken zum einen für eine nie zuvor gekannte Qualität und Kostentransparenz. Zum anderen erhalten die Bankmitarbeiter mehr Freiräume für den Kundendialog, da sie von umfangreichen administrativen und damit unproduktiven Tätigkeiten entlastet werden. „Wir bieten unseren Volksbanken und Raiffeisenbanken also nicht nur Kostenvorteile, sondern auch einen Vorsprung beim Thema Effizienz und Produktivität“, unterstrich Bruns.

agree auch außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe gefragt
Die Leistungsfähigkeit von agree stößt auch bei Instituten außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe auf großes Interesse. „Vor allem kleine oder mittlere Privatbanken stehen aufgrund der permanent steigenden Anforderungen durch den nationalen und europäischen Gesetzgeber sowie durch die Aufsichtsbehörden mit Blick auf die Informationstechnologie vor großen Herausforderungen“, sagte Bruns. Die Institute seien ja nicht nur für den reibungslosen Betrieb ihrer An-wendungen verantwortlich, sondern auch für Wartung, Weiterentwicklung und für die Sicherheit aller Komponenten. Diese zunehmende Komplexität der IT-Systeme führt letztlich auch zu höheren operativen Risiken in den Banken selbst. „Mit Blick auf den anhaltenden Trend zur Regulierung und die damit verbundenen steigenden Anforderungen an das Risikomanagement wird das Dienstleistungsportfolio der Fiducia zunehmend zur Alternative für Institute, die ihre Banken-IT bisher selbst verantwortet haben“, so Klaus-Peter Bruns.

Mobilität bewegt auch den Banker von morgen
Wurde das Thema Mobilität im Bankgeschäft bisher eher aus dem Blickwinkel des Verbrauchers betrachtet, so werden künftig auch die Bankmitarbeiter selbst wesentlich mobiler sein und ihre Kunden mit Hilfe von Notebooks, Tablet-PCs oder Smartphones beraten. Damit sind Gespräche nicht nur am Bankarbeitsplatz möglich, sondern wo immer es dem Kunden am besten passt, etwa zu Hause oder im Café. In einem Feldversuch erproben derzeit 20 Volksbanken und Raiffeisen-banken im Geschäftsgebiet der Fiducia die „mobile Beratung“ mit Tablet-PCs verschiedener Her-steller und einer eigens von der Fiducia entwickelten App „agree touch“ für den Einstieg in den Kundendialog. Mit ihrer Hilfe kann der Berater seinen Kunden fast spielerisch aufzeigen, wo etwa noch Vorsorgebedarf besteht oder wie ein geplanter Hauskauf finanzierbar ist.

„Unsere neue Lösung inspiriert nicht nur den Dialog der Bank mit dem Kunden, sondern interessiert unsere Institute auch unter dem Kostenaspekt“, so Bruns. Denn das Tablet ist keine zusätzliche Hardware für den Berater, sondern es ersetzt komplett die bisherigen Arbeitsmittel wie Laptop oder Desktop. Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit decken die aktuellen Geräte sämtliche Anforderungen an einen Beraterarbeitsplatz vollständig ab. Das bedeutet: Klassische und neue Arbeitsumgebung greifen auf einem Gerät nahtlos ineinander. Hierfür hat die Fiducia ihr Kernbanksystem agree um den IT-Service „agree touch“ erweitert. Und das Interesse ist groß: 97 Prozent der Fiducia-Kunden finden Gefallen am Einsatz von Tablet und App im Kundengespräch, 93 Prozent können sich den Einsatz schon jetzt vorstellen. Nach Abschluss und Auswertung des Feldversuchs ist der Breiteneinsatz für die „mobile Bankenberatung“ bereits 2014 möglich. „Mobilität ist ein unumkehrbarer Trend unserer Gesellschaft. Die Strategie der Fiducia ist es auch weiterhin, ihr Banksystem agree unabhängig vom verwendeten Endgerät und damit möglichst kostengünstig für die Bank in die mobile Welt zu integrieren“, so Bruns abschließend.

Peter Völker neuer Vorsitzender des Fiducia-Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Fiducia IT AG hat in seiner konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Fiducia-Hauptversammlung am Donnerstag, 13. Juni, Peter Völker, stellvertretender Vorsitzender der Frankfurter Volksbank eG, zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Peter Völker gehört dem Gremium seit 2008 an und hatte hier zuletzt den stellvertretenden Vorsitz inne. Hinter-grund der Neuwahl war die Entscheidung des bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Gregor Scheller, sein turnusmäßig mit der diesjährigen Hauptversammlung endendes Mandat als Aufsichtsrat nicht mehr zu verlängern. Gregor Scheller gehörte dem Fiducia-Aufsichtsrat zehn Jahre an, davon die zurückliegenden vier Jahre als dessen Vorsitzender.